Vergesst nicht aufzufordern!

So ein bisschen Marketinggeschwätz muss zwischendurch sein. Wenn ihr aber bis zum Schluss lest, gibt es tatsächlich richtig coole News.

Vergesst nicht aufzufordern!

17. Juni 2022

Ich muss gestehen, dass mein Studienleiter recht hatte. Im letzten Frühjahr mit Corona-Blues überlegte ich, ob eine Weiterbildung sinnvoll wäre. So ein Master-Abschluss wäre doch noch was, dachte ich mir. Vielleicht Richtung Change- und Krisenkommunikation? Ich recherchierte im Umfeld der Corporate Communication und fand an der FHNW in Olten den passenden Studiengang. Viele der Unterrichtsinhalte kenne ich aus meinem Alltag: Visual Identity, Branding oder Storytelling sind Gebiete, mit denen ich mich viel beschäftige. Ich wurde unsicher, ob ich wirklich in dieses bekannte Gewässer eintauchen wollte und meldete mich beim Studienleiter Joachim Tillessen. Er schmunzelte und wies mich darauf hin, dass ich Methoden und Argumente erhalten würde, die mich Projekte anders einordnen lassen würden. Natürlich sagte er das: er wollte mich einfach überzeugen, in ein neues Abenteuer zu starten.

Selbstreflexion ist zeitaufwändig

Heute verstehe ich ihn. Im vergangen November begann mein Online-Unterricht. Ich startete ins CAS der operativen Kommunikation und wählte das digitale Marketing. Als künftige Content Marketing Spezialistin lernte ich Social Media Inhalte zu produzieren. Es ist zwar nicht mein Lieblingsthema, aber viele Überraschungsmomente sind dabei und ich muss gestehen: Bildung inspiriert. Die leidigen Selbstreflexionen nach dem Online-Unterricht waren zeitaufwändig, aber ich nutzte sie für unsere eigene Strategie. Wir beschliessen, unsere GmbH in eine AG umzuwandeln. Aus diffrent design gmbh soll diffrent digital AG werden. Zum ersten Mal fragten wir uns, welche Wunschkund:innen wir künftig ansprechen wollen. Wie entwickeln wir uns weiter? Ich fokussierte auf unsere strategischen Geschäftsfelder und ordnete ihnen «Buyer Personas» zu.

Was ist eine «Buyer Persona»?  

Ein kleiner Exkurs: Erst, wenn ich weiss, mit wem ich sprechen möchte, kann ich meine Tonlage darauf abstimmen. Denn meiner 9-jährigen Tochter erzähle ich eine Geschichte anders wie meinem KMU-Vorstandskollegen. Ich passe meine Tonalität an. Ich versuche sogar die Geschichte so anzupassen, dass mein Gegenüber schmunzeln muss. Deshalb überlege ich schon im Vorfeld, was meiner Zuhörer:in gefällt. Soll ich aufs Abenteuer fokussieren oder die Romanik hervorstreichen? Genau diese Gedanken machen wir uns im Wunschkunden-Workshop. Und so habe ich für diffrent digital AG «Buyer Personas» definiert, die wir unseren Bereichen Strategie, Branding, Multimedia und Marketing zugeordnet haben. Ein wirklich spannender Prozess! 

Ihr könnt das auch gleich selbst ausprobieren. Stellt euch euren Lieblingskund:in vor und beantwortet folgende Fragen:

  • Wie alt ist die Person, die vor eurem inneren Auge erscheint? 

  • Wo wohnt sie? Ist sie verheiratet? Kinder?

  • Was liebt sie in ihrer Freizeit? Geht sie lieber in die Stadt oder aufs Land?

  • Was ärgert sie besonders? Wo erkennt ihr Schmerzpunkte?

  • Was mag sie am liebsten? Wie könnt ihr sie glücklich machen?

  • Wie informiert sich die Person? Liest sie eher Zeitung oder googelt sie?

  • Warum mag sie euer Produkt oder euer Service?

  • Was würde sie euch raten, um euer Produkt oder euren Service zu verbessern?

Wenn ihr euch das alles überlegt habt, wisst ihr, für wen ihr eure Geschichten schreibt. Ihr wisst, wie ihr Inhalte auf den Social Media Kanälen ausspielen müsst, weil ihr euch vorstellen könnt, was die Lieblingskund:innen zum Lachen bringt. Ihr könnt Videos, Podcasts oder Blog-Posts produzieren und stellt euch jeweils die Persona vis-à-vis vor, um mit ihr ins Gespräch zu kommen. Darum geht es ja. Wir wollen über Social Media mehr Reichweite erzielen und mit unseren künftigen Kund:innen ins Gespräch kommen. Wir wollen sie dazu bringen, unsere Produkte zu kaufen oder unseren Service zu nutzen. Es geht nicht um Selbstdarstellung oder langweiliges Marketing-Bla-Bla. Im besten Fall inspirieren wir unser Gegenüber und hinterlassen einen tollen Eindruck. 

Vergesst um-himmels-willen die Handlungsaufforderung nicht!

Auch hier hatte mein Studienleiter recht: Die sogenannte «Call-to-action» oder kurz CTA definiert die Handlungsaufforderung beim Blog, Video oder Social Media Post. Was soll mein Wunschkunde nun tun. Ihr habt euch bis hierhin durchgekämpft und wisst nicht genau, was ich von euch will. Vielleicht weiss ich es ja selbst nicht genau. Warum schreibe ich heute diesen Blog-Post? 

Ich glaube, weil ich gerne mit euch einen Kaffee trinken möchte. Oder vermutlich noch lieber ein Bier (nach vier) am letzten Donnerstag des Monats .

Also, kommt doch einfach bei uns vorbei. Besucht uns in Pratteln und stosst mit mir an. Unsere AG-Umwandlung hat stattgefunden. Aber so ganz offiziell kommunizieren wir das jetzt noch nicht. Das wissen jetzt wirklich nur diejenigen, die es bis hierhin geschafft haben. Und meine Bankerin, die jede Woche das Handelsblatt durchkämmt. Euch allen flüstere ich, dass wir dann im Herbst ein Special-Bn4 organisieren, um auch wirklich auf unseren «Change» anzustossen. Wir werden früh genug informieren. Wenn ihr alle letzten Donnerstage bis Ende Jahr blockiert, kann auch nichts passieren.

Ha! Und schreibt mir doch eine Mail, wenn ihr meinen CTA verstanden habt ;)

Eure Anita.

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