Wie ich zum Schreiben gekommen bin
Damit du siehst, wie Tipp drei in der Praxis aussieht, erzähle ich meinen eigenen Bezug. Ich wollte mit siebzehn unbedingt in den Journalismus. Wie schafft man das als Jungspund? Als Wettkampfschwimmerin fragte ich die bz und die BaZ, ob ich über die Wettkämpfe berichten dürfe. Zäck, und schon war's passiert. Ich habe das intuitiv gemacht, danach das MAZ in Luzern besucht und später beim Ausdauersportmagazin FIT for LIFE den Schritt in den Sportjournalismus geschafft. Eine aufregende Zeit, aus der mich bis heute herzliche Kontakte begleiten.
So ist es auch mit dem Schreiben: Fang einfach an. Versuch nicht, gut zu schreiben – schreib wie in ein Tagebuch. Rechtschreibung und Grammatik kommen im nächsten Schritt. Und noch etwas: Ich nutze meine Beiträge auch, um meine Gedanken zu sortieren. Beim Schreiben verarbeite ich und schaffe gleichzeitig neue Ideen. Ich bringe mich quasi auf den Punkt.
Warum ein guter Beitrag allein nichts bringt
Jetzt kommt der Teil, den ich mir selbst lange nicht eingestanden habe. Du kannst alle zehn Punkte befolgen und trotzdem nichts bewirken – nämlich dann, wenn der Beitrag allein steht. Ein einzelner Text bringt Aufmerksamkeit für einen Moment. Wirkung entsteht erst, wenn er auf etwas einzahlt. Auf ein Thema, das euch gehört. Auf eine Website, die den Menschen weiterführt, statt ihn nach dem letzten Satz allein zu lassen. Auf eine Zahl, mit der ihr am Ende belegen könnt, was der ganze Aufwand gebracht hat.
Genau darum geht es bei uns: nicht um den einzelnen Beitrag, sondern um die Ordnung dahinter. Wenn du wissen willst, wie das zusammenhängt, lies weiter bei Warum einzelne Massnahmen verpuffen – oder schau dir an, warum die Website die Basis für alles Weitere ist.
Du bist noch da
Kurz gerechnet: Bis hierher sind es gut vier Minuten. Nicht sechs Sekunden. Damit hast du gerade selbst vorgeführt, was im Titel steht – du hast einen Blogbeitrag gelesen, statt ihn wegzuklicken. Und das lag nicht an der Länge und nicht an den Zwischentiteln. Es lag daran, dass dich irgendetwas hier betroffen hat.
Dafür schulde ich dir etwas. Also bekommst du einen elften Tipp, der oben nicht angekündigt war und der mir der liebste ist: Schreib für eine einzige Person. Nicht für eine Zielgruppe, nicht für ein Segment – für einen Menschen, den du dir vorstellen kannst, mit Namen, Job und schlechter Laune am Montagmorgen. Wer für alle schreibt, wird von niemandem gelesen. Wer für eine Person schreibt, wird von vielen gelesen, die sich in ihr wiedererkennen.
Ich habe diesen Beitrag für eine bestimmte Person geschrieben. Wenn du bis hierher gekommen bist, warst du wahrscheinlich gemeint. Womit wir bei Tipp zehn wären.